Liquiditätsoptimierung mit Bord-Mitteln

24. Juli 2015

Mit der Rechnungsstellung ist in der Regel unser Auftrag beendet. Die bestellte Ware ist auf dem Weg zum Kunden oder schon ausgeliefert, die Dienstleistung erbracht oder das Werk übergeben und abgenommen. Spätestens jetzt ist der vereinbarte Gegenwert für die geleistete Arbeit fällig und wir schreiben die Rechnung. Dies hört sich normal, selbstverständlich und einfach an. Allein die Anzahl der jährlich unbezahlten Rechnungen, die dadurch in Schieflage geratenen Unternehmen und die zusätzlich erforderlichen Kreditlinien sprechen eine andere Sprache.

Liquidität ist die Voraussetzung dafür, zu jedem Zeitpunkt allen fälligen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die Sicherung ausreichender Liquidität zu jedem möglichen Zeitpunkt ist für das Überleben eines Unternehmens unerlässlich. Liquiditätsengpässe durch Forderungsausfälle, schlechte Zahlungsmoral der Kunden, hohe Zins- und Tilgungsbelastung wegen zu geringer Eigenkapitalausstattung sowie unzureichende Fremdmittel bringen gerade kleine und mittlere Unternehmen immer wieder in Schwierigkeiten. Wer mit einer sinkenden Eigenkapitalquote bei seiner Hausbank vorstellig wird, riskiert schlechtere Kreditkonditionen. Über den Kontokorrentbedarf und Kennzahlen wie die Debitorenlaufzeit kann auch die Bank auf etwaige Schwierigkeiten in diesem Bereich schließen. Beides hat einen direkten Einfluss auf die Bewertung im Rating bei der Kreditvergabe.

 

Forderungsausfälle sind teuer

Forderungsausfälle können empfindlich zu Buche schlagen. Das finanzielle Risiko eines Forderungsausfalls wird deutlich, wenn man betrachtet, welches Umsatzvolumen nötig wäre, um den Verlust auszugleichen. Erleidet ein Unternehmen z.B. einen Forderungsausfall von 5.000 EUR, müsste zu dessen Ausgleich – bei einer Umsatzrendite von 5 Prozent – ein Mehrumsatz von 100.000 EUR erzielt werden.

 

Aktives Forderungsmanagement sichert Liquidität

Mit einem gezielten Forderungsmanagement können Liquiditätsengpässe nicht nur kurzfristig vermieden werden, sondern auch langfristig zu einer Optimierung der Eigenkaptalquote führen. Eine der möglichen Lösungen ist in den Unternehmen selbst zu finden: Working Capital Management, also das Management von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Dies ist einer der Faktoren die Unternehmen selbst steuern können, um gebundene Liquidität für die Innenfinanzierung freizusetzen. Der deutsche Mittelstand hat beim Thema Liquiditätssteuerung zwar schon deutlich aufgeholt, doch das ungenutzte Potenzial ist immer noch hoch. Über alle Branchen hinweg bleiben immer noch dreistellige Milliarden Beträge an Liquiditätsreserven ungenutzt. Knapp 40 Prozent davon entfallen auf Kundenforderungen.

 

Bedeutung und Folgen eines zielorientierten Forderungsmanagements

Die statistischen Auswertungen der vergangenen 10 Jahre belegen, dass kurze Zahlungsziele und ein konsequentes Mahnwesen zu einem hohen und fristgerechtem Zahlungseingang führen. Die Realisierung einer Forderung innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungsstellung liegt bei mehr als 65%. Das bedeutet, dass jedes Unternehmen mit eigenen Bordmitteln durch Telefonate und Mahnungen in kurzen Abständen einen Großteil der unbezahlten Forderungen kurzfristig selbst realisieren kann. Ist eine Forderung älter als 90 Tage nach Rechnungsstellung sinkt die Realisierungsquote signifikant.

Nicht jedem Unternehmen stehen die personellen Ressourcen für ein zielorientiertes kaufmännisches Mahnwesen zur Verfügung bzw. häufig werden diese Aufgaben intern auch zögerlich oder unregelmäßig durchgeführt. Hier gibt es gute Unterstützung durch erfahrene Inkassodienstleister, die sowohl die kaufmännische Mahnung auf dem firmeneigenen Briefpapier, als auch die Mahntelefonie mit dem Kunden durchführen können. Entsprechend der getroffenen Vereinbarung übernimmt der Inkassodienstleister, falls notwendig, anschließend das Mahnwesens bzw. den Forderungseinzug.

Ein aktives und zielorientiertes Forderungsmanagement kann zu einer signifikanten innerbetrieblichen Liquiditätssteigerung, und damit zur Verbesserung der Eigenkapitalquote im Unternehmen führen. In Bezug auf den gesamten Forderungsprozess führt die Einbindung eines erfahrenen Inkassodienstleisters zu weiteren Optimierungen und spart Ressourcen und Nerven im eigenen Unternehmen.

 

Daniela Schlünzen